Unaussprechlich schön

Das mystische Paradoxon in der Kunst des 20. Jahrhunderts

Der mystische Prediger Meister Eckhart, einer der großen Söhne Thüringens, war sich der Grenzen des sprachlichen Ausdrucks durchaus bewusst, ähnlich wie viel später der Philosoph Ludwig Wittgenstein, als er formulierte: »Es gibt allerdings Unaussprechliches. Dies zeigt sich. Es ist das Mystische.«
Dieses Zitat und die vom Neuplatonismus beeinflussten Ideen Meister Eckharts bilden den Ausgangspunkt
für eine Ausstellung, welche die Spannbreite der künstlerischen Auseinandersetzung mit Mystik und spiritueller Transzendenz von der Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart exemplarisch belegt.
Mit der Annäherung an mystische Begriffe wie »grundloser Grund«, »stille Wüste«, »Leere«, »Nichtigkeit «, »pures Licht«, »Entwerdung«, »Entbildung«, »Abgeschiedenheit « oder »das einfaltige Eine«, mit der Vergegenwärtigung von Grunderfahrungen der mystischen Gott-Mensch-Einung im Unendlichen, Absoluten und Namenlosen jenseits von Zeit und Raum begeben sich die modernen Künstler in Grenzregionen: Sie verlassen die »große Erzählung« von der Wirklichkeit in Porträt, Landschaft, Historie, Interieur, Stillleben etc. und nähern sich einer Grenze des Schweigens, »letzten Bildern« im Übergang zur Bildlosigkeit, einer Welt des »Inneren Auges«, der naussprechlichen, reinen Erfahrung.

Das vorliegende Buch versammelt grundlegende Essays zur Thematik von Karl Schawelka, Kai Uwe Schierz und Wolfgang Wackernagel. Sie entwerfen die Perspektive, aus der heraus die ausgewählten künstlerischen Arbeiten eine spezifische Deutung erfahren können. Außerdem werden sämtliche künstlerischen Positionen von fachkundigen Autorinnen und Autoren interpretiert. Ausführliche Autorenbiografien runden die Publikation ab.

Aug 2005
Sprachen: ger
464 Seiten, Format: BA

ISBN 978-3-89770-187-8

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