Neue Kunst für ALLE! - Cover

Neue KUNST für ALLE! in deutschen Editionen 1961 – 1975

Sammlung Kraft

Alles, was gut und preiswert ist! Nach diesem Motto ließ sich Kunst in den 60er und 70er Jahren sammeln. Es war eine „Neue KUNST für ALLE!“. Sie war an neuen künstlerischen und gesellschaftlichen Ideen, ungewohnten Materialien und Formen interessiert. Heute weltberühmte Künstler wie Joseph Beuys, Dieter Roth, Daniel Spoerri, Klaus Staeck, Wolf Vostell u.v.a. haben seinerzeit Multiples produziert. Es war eine bewusst sehr preisgünstig kalkulierte Kunst zum Anfassen, zum täglichen Gebrauch und zur kritischen Auseinandersetzung für Schüler, Studenten, Hausfrauen, Arbeiter und Angestellte – und all diejenigen, die nur über ein schmales Budget verfügten. Und ganz nebenbei führten die Künstler vor Augen, dass Multiples im „Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit“ die Theorien eines Walter Benjamin links überholen konnten, indem z.B. „Unikate in Serie“ entstanden.

Die Ausstellung, die auf einer Privatsammlung basiert, gibt einen kritischen Überblick zum Boom der Multiples in deutschen Editionen von 1961 bis 1975. Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Einzelpositionen werden vorgestellt. Neben den altbekannten Namen des internationalen Kunstmarkts gibt es Künstler zu entdecken, die die Kunst jener Zeit maßgeblich mit geprägt haben, z.B. Gernot Bubenik, Siegfried Kischko, Ferdinand Kriwet, Werner Nöfer oder Wolfgang Oppermann.

Der Katalog ist analog der Ausstellung thematisch in acht Gruppen gegliedert:
– 1.: Editionen / Multiples zum Anfassen (z.B. VICE Versand mit dem Multiple „Intuition“ von Joseph Beuys)
– 2.: Editionen / Multiples auf neuen Vermarktungswegen (z.B. Pläne des Hochbauamtes der Stadt Köln und andere Dokumente zum 1. Kölner Kunstmarkt 1967)
– 3.: Editionen / Multiples zum Lesen (z.B. Luchterhands Loseblatt Lyrik)
– 4.: Editionen / Multiples im Widerspruch: Unikate (z.B. edition MAT mit ihren „Unikaten in Serie“ von Arman, Horst Antes, Daniel Spoerri u.a.)
– 5.: Editionen / Multiples „Do it yourself“ (z.B. „Shoot it yourself picture“ von Niki de Saint Phalle 1964)
– 6.: Editionen / Multiples aus neuen Materialien (z.B. Editionen der eat art Galerie mit dem „Karnickelköttelkarnickel“ von Dieter Roth)
– 7.: Editionen / Multiples mit Licht und Bewegung (z.B. die Meditationsspirale von Heinz Mack)
– 8.: Editionen / Multiples für die Wand (z.B. Edition außenkunst, Hamburg 1969)