Die Prozesse

Die Prozesse

Pommeskreuz & Pommes d’Or

Stefan Bohnenbergers sogenannte „Pommeskreuze“ und das „Pommes d’Or“ haben Geschichte gemacht: Kunstgeschichte und Rechtsgeschichte.

Wer bei Google nach den Stichwörtern „Bohnenberger” und “Pommes” sucht, erzielt ca. 13.700 Ergebnisse. Vor allem sind es Presseberichte über den Prozess vor dem Münchener Landgericht. Darin wird die auch vom Landgericht offen gelassene Frage, ob ein Kreuz aus zwei vertrockneten Pommes Frites Kunst sei, in der Regel nicht direkt erörtert.
Bohnenberger dreht die Schraube eine Umdrehung weiter. Nicht mehr das mehr oder minder aufgeladene Ready Made und die um es herum geschaffenen Zeichnungen und original Pommeskreuze allein sind das Kunstwerk, sondern es wird gerade auch die Diskursivierung der alten Fragen – was ist Kunst und welche Ansprüche und Pflichten kann der Künstler haben – im juristischen Verfahren zur Kunst gemacht. Der Rahmen, sprich der räumliche und inhaltliche Kontext, in dem Gegenstände gezeigt werden, macht es einmal mehr aus: was eben noch die bloße Reproduktion der Prozessakten war, ist jetzt Kunst – als Installation an der Wand hängend und in einer Edition in Form einer Kassette, die eben die kopierten Prozessakten und ein Exemplar eines „Pommeskreuzes“ aus echten Pommes Frites in einer Blechschachtel enthält.