Christian Haake - Cover

Christian Haake

Für den Ausstellungsraum des Kunstverein Ruhr am Essener Kopstadtplatz hat Christian Haake eine besondere Choreographie entworfen, in der vier Elemente sinnfällig miteinander korrespondieren und sich zu einer Rauminstallation verbinden. Schon auf den ersten Blick fällt ein Eingriff in die Architektur des Raumes auf: Die beiden Raumpfeiler auf der rechten Seite wurde zu rahmenden Elementen einer uns aus den 1950er und -60er Jahren bekannten Sorte von „Stadtmöblierung“. Es handelt sich in der Tat um eine Außenvitrine, wie sie zur Zeit des Wirtschaftswunders etwa zum Straßenbild des Kurfürstendamms in Berlin oder der Königsallee in Düsseldorf gehörte: Einst sollten diese ostentativ nach außen verlagerten Warenpräsentationen Flaneure und zielstrebige Fußgänger auf ihren Wegen ablenken und zum Hinsehen verführen. Sie waren gefüllt mit Luxuswaren, Schuhen, Handtaschen und anderen Accessoires und wollten auf diese Weise den Konsum auf der jeweiligen Einkaufsstraße fördern.Was einst zur Prosperität unserer Städte beitragen sollte, kann indessen bei fehlenden Mitteln, mangelnder Konsumbereitschaft, Geschäftsaufgabe und Leerstand zum brutalen Indiz ihrer Unwirtlichkeit werden. Und eine solche nun leer stehende, etwas verwahrloste Vitrine erscheint hier vor unseren Augen, sobald wir den Ausstellungsraum betreten.

Mai 2013
Herausgegeben von Peter Friese, Kunstverein Ruhr
Sprachen: Deutsch; Englisch
ca. 48 Seiten, 19 farb. Abb., Englisch Broschur
Format: 20,8 x 14,7 cm

ISBN 978-3-89770-429-9

| € 10,00
Buch bestellen