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Christoph Wedding
Jaime Campiz Playground |
Üblicherweise sind es abgerundete oder eckige Bildträger aus Holz, die Christoph Wedding für seine
Gemälde verwendet. Diese geben den Bildern etwas Räumlich-Objekthaftes, rücken sie von der
Wand ab und halten sie in er Schwebe. Segmente, Tangenten und Bägen werden vom Bildrand
scharf angeschnitten, so dass sie den Eindruck eines Ausschnitts erwecken. Man kann daher von
einem Prinzip der Schnittkante sprechen - nicht allein in Bezug auf das Bildsujet, sondern auch in
Relation des Bildes zum Umraum -, wodurch das Gemälde über das Abgebildete hinaus imaginär
weitergeführt wird.
Dieses Moment entwickeln auch die Wandgemälde von Christoph Wedding. Wenn sie Aspekte wie
Bündelung, Leere, Raum und Fläche aufgreifen, beziehen sie ihr Ideengerüst unmittelbar aus den
Gemälden auf Holz. Greifen die ersten Wandarbeiten Einzelaspekte der Bilder auf Holz auf und thematisierten
diese in monumentalem Ausmaß, sind es zusehends neue Elemente der Wandarbeiten, die wieder in die Bildformate zurückfließen. nsofern sind die Wandgemälde als Experimentierfeld, aus dem sich neue Bildläsungen extrahieren lassen, von zunehmend gro§er Bedeutung.
Hiervon zeugt insbesondere die rasche Folge an monumentalen Ausführungen im Jahr 2004, in dem
vier von bislang neun Wandarbeiten entstehen. Vor einem monochromen Grund entwickeln sich einfache Farbschlieren
horizontal oder vertikal in den Raum. Sie treten auch als einzeln definierte Bänder auf, verknoten
sich oder verdichten sich zu diffusen Wolken, hinter die der einzelne Pinselstrich zurücktritt. Oder es
legen sich horizontale Zips und pastose Farbinseln über das Bild, wie auch räumlich verzerrte Flächen, die sich durch ihre gekippte Anordnung zu spiegeln scheinen, in den Tiefengrund hineinragen.
Eine zunehmende Verschränkung einzelner Elemente lässt sich an der im Vorjahr entstandenen
Arbeit "Lost" ablesen. Die feine Linearität der grellen Signalfarben im Vordergrund, frei geführte Pinselstriche des Zwischengrundes und der flächige Hintergrund fügen sich hier ebenso harmonisch wie
miteinander konkurrierend ineinander.
Textbeiträge von Jens Peter Koerver und Heike van den Valentyn
48 Abbildungen, 16 farbige, englische Broschur.
| ISBN 978-3-89770-267-7 | 3-89770-267-3 | € 15,- |
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