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Gaylen Gerber
Gaylen Gerber |
In seiner raumbezogenen Ausstellung im Kunstverein Ruhr hat der in Chicago lebende
Gaylen Gerber mit reduzierten, aber grundlegenden Mitteln in die Architektur und das
gesamte Erscheinungsbild des Ausstellungsraumes eingegriffen. Er teilt den Raum durch das
Einziehen einer Wand in zwei einsehbare Zonen, verändert die Farbe der Wände und
schließlich auch diejenige des Lichts. In der gesamten Raumarbeit dominieren zwei
Farben: Blau und Orange (Amber). Erstere wird vor allem durch eine komplette Einfärbung
des Schaufensters zum Kopstadtplatz erreicht. Letztere durch eine orange-bernsteinfarbene
Fassung der Neonröhren, welche den Raum von der Decke aus illuminieren. Auf diese Weise
ergeben sich als Basis des gesamten Unterfangens zwei grundlegende Farbzonen, die sich
voneinander unterscheiden lassen, sich aber in einigen Bereichen gegenseitig durchdringen.
Im hinteren Teil des Raumes dominiert deutlich ein intensives bernsteinfarbenes Orange. Im
vorderen, direkt durch das blaue Schaufenster einsehbaren Teil entsteht hingehen eine farb
Übergangszone, in der der vom Fenster her illuminierte blaue Bereich allmählich in
Orange übergeht. Der Befund ist bereits auf den ersten Blick verblüffend, gelingt es dem Künstler doch mit wenigen überlegten und präzise eingesetzten Schritten
einen Farbraum zu schaffen, in welchem nicht mehr klar zwischen der lichtgebundenen,
atmosphärischen Farbe und der Gegenstandsfarbe, z.B. derjenigen der Wände
unterschieden werden kann. Analog dazu treffen sich an der Grenze von architektonischem
Innenraum und städtischen Außenraum ebenfalls zwei Lichtzonen: Zum einen diejenige
des Tageslichts, welche von morgens bis abends vom Kopstadtplatz her den Raum nach Innen hin
erhellt. Zum anderen die Neonbeleuchtung, die mit dem Tageslicht während der Ausstellung
gleichsam konkurriert, aber nach Sonnenuntergang den Raum bestimmt und sogar nach außen
blau und bernsteinfarben leuchten lässt.
Unsere Wahrnehmung wird wie von selbst zu einer differenzierten Befragung der gesamten
Ausstellungssituation und letztlich auch unseres eigenen Unterscheidungs- und
Begriffsvermögens.
Textbeiträge von: Peter Friese
Herausgeber: Peter Friese für den Kunstverein Ruhr
Sprachen: Englisch, Deutsch
44 S. mit 25 farbigen Abbidlungen, geheftet
Format: 20,8 x 14,5 cm
| ISBN
978-3-89770-380-3 | € 10,00 |
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