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Reinhard Doubrawa schöpft aus dem Fundus medialer Bilder und Botschaften, die an unsere Emotionen appellieren und ein ständiges Wechselspiel von Sehnsucht und Entsetzen generieren. Er setzt dort an, wo sich die Ereignisse in unzähligen Variationen wiederholen und die Akteure im Prinzip austauschbar sind. Ein Jahr später, ein Dorf weiter, ein neuer Kandidat: im Grunde das immer gleiche Bild. Reinhard Doubrawa findet und sampelt Bild- und Textfragmente, die tagtäglich auf uns einwirken: Pressefotos und Politikerzitate, Titelbilder und Werbeslogans. Er ist ein rastloser Wirklichkeitskatalysator, der stereotype Slogans, plakative Figuren und aufmerksamkeitsheischende Gesichter als vermeintlichen Spiegel unserer Wirklichkeit subtil unterläuft. (Maria Anna Tappeiner)
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Reinhard Doubrawa arbeitet seit 1997 an seiner »News«-Serie, einer fortlaufenden Reihe von Freihandzeichnungen, die nach Fotos des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel « entstehen. Es erscheint zunächst als ein Widerspruch, vergängliche Medienbilder, die meist dazu dienen, eine inhaltliche These zu stützen oder auf einen Text aufmerksam zu machen, mit Feder und Tusche abzuzeichnen. Reinhard Doubrawa enthebt sie ihrer Natur als vergängliche Massenware und übersetzt sie in eine künstlerische Form. Die Motive bilden einen Querschnitt durch die Gesellschaft und jüngere Zeitgeschichte, Politiker und Prominente tauchen ebenso auf wie anonyme Laborarbeiter oder Konsumenten, spektakuläre Motive wechseln sich mit weniger ausdrucksstarken ab. Es gelingt es Doubrawa, das Wesentliche einzufangen und führt uns damit unsere mediale Zeitzeugenschaft vor Augen. 144 Seiten mit 119 Abbildungen, 21,5 x 29,5cm mit einem Text von Maria Anna Tappeiner sowie einem Gespräch mit Reinhard Doubrawa
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»Reinhard Doubrawa erklärt die Welt« – dieser Titel einer seit 1997 fortlaufenden Serie zeichnerischer Bild- und Wortverknüpfungen steht programmatisch für die komplexen Erkundungen des Künstlers, die in ihrer fast demonstrativen Gegenständlichkeit vielgestaltige Realitätsbezüge eröffnen. Doubrawas Feldforschungen unterliegen keiner einheitlichen Logik sondern sind von einem bildnerischen Vagabundentum geprägt, das ständig zwischen »high and low« manövriert und dabei weder den schlechten Geschmack noch die visuelle Phrase fürchtet. Was derart zwischen heiler Welt und Katastrophe, zwischen privater Begehrlichkeit und gesellschaftspolitischer Brisanz Gestalt annimmt verweigert sich erfolgreich dem sicheren Zugriff, um uns statt dessen auf das dünne Eis weitläufiger Denk- und Assoziationsräume hinauszuführen. mit Textbeiträgen von Stefan Rasche und Holger Birkholz, 64 Seiten mit 41 farbigen und 3 s/w Abbildungen, Klappenbroschur, 16 x 20 cm
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