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Julius Deutschbauer
Die Bibliothek ungelesener Bücher
in fünfzehn Portraits |
Der Wiener Künstler Julius Deutschbauer
hat hunderte Gespräche geführt. Thema ist das Buch, das derjenige/diejenigen
noch nicht gelesen hat. Dabei reicht die Bandbreite von Marcel Prousts "Auf
der Suche nach der verlorenen Zeit" über Robert Musils "Mann
ohne Eigenschaften" bis hin zu Rabelais´ "Gargantua und
Pantagruel". Die Bibliothek ungelesener Bücher ist als Annäherung
an eine Dokumentation von Wunsch, Lust und Gesamtanspruch zu verstehen.
Deutschbauer präsentiert den bildungsbürgerlichen "Kanon"
um ihn gleichzeitig ironisch in Frage zu stellen. Dieses von der Bundeskuratorin
des österreichischen Kulturministeriums betreute Projekt umfasste zuletzt
hunderte von Interviews über das jeweilige "ungelesene" Buch,
das dann gekauft und der Bibliothek einverleibt wurde, auch wenn es bereits
(mehrfach) vorhanden war. Interessant ist, daß es scheinbar eine handvoll
Bücher gibt, die man "immer schon mal" lesen wollte, deren
Lektüre man sich aber noch aufspart. Über diese Bücher und
die Gründe für das "ungelesen" spricht Julius Deutschbauer
unter zuhilfenahme eines - der eigenen Lektüre entnommenen - standardisierten
Fragenkatalogs. Dieser Dialog aus Standardfragen (z.B. nach dem Wetter,
dem Warum und Wieso) und individuellen Antworten garantiert eine unterhaltsame
Lektüre.
Hrsg. von Lioba Reddeker, Galerie Thaddaeus Ropac, Kunsthalle Wien. 96 Seiten
mit 18 s/w Abbildungen. Gebunden mit Lesebändchen. 18 x 12 cm
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3-89770-108-1 | € 15,- |
Vergriffen! |
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